Besuch bei Kellerwerk in Wien: Reusing und Upcycling auf höchstem Niveau

Besuch bei Kellerwerk in Wien: Reusing und Upcycling auf höchstem Niveau

Ein Gespräch mit Sascha Johannik & Ing.in Romana Fürst

Die FCC Austria Abfall Service AG versteht Bewusstseinsbildung zu den Themen Abfall und Nachhaltigkeit als wichtigen Auftrag, den das Unternehmen sehr ernst nimmt. Aus diesem Anlass waren Lucie Zumrová, Gruppenleitung Kommunikation & CSR der FCC Environment CEE und Birgit Lang, Inhaberin von Langsichtig Marketing (www.langsichtig.at), Ende September in einem kleinen Geschäft in Wien auf Besuch: Kellerwerk, einem Shop, der alte Möbel und sonstige Alltagsgegenstände restauriert oder gänzlich in Neues umwandelt. Kellerwerk zeigt somit wie stoffliche Wiederverwendung und Upcycling auf lokaler Ebene in der Praxis funktioniert. Ein Gespräch mit Romana und Sascha, den beiden Eigentürmern von Kellerwerk.

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Wie hat die Geschichte des Kellerwerks begonnen?

Begonnen hat alles mit Saschas zweijährigem Aufenthalt in Afrika. Dort konnten Sachen nicht immer einfach neugekauft werden. Stattdessen wurde repariert, umgebaut und ausgebessert. Zurück in Wien hat ihn dieses Thema nicht mehr losgelassen und so entstand die Idee, alte Möbel und Alltagsgegenstände aufzupeppen oder deren Funktion neu zu erfinden. Nun setzen wir diese Idee in der Praxis um.

Warum Kellerwerk?

Vor acht Jahren haben wir in einem Keller begonnen. Seit fünfeinhalb Jahren sind wir in der Gumpendorfer Straße. Früher war dieses Geschäft ein altes Gasthaus. Wir haben es für unsere Zwecke umgestaltet, dabei aber den Boden und die Decken im Original belassen.

Was findet man so alles in Eurem Shop?

In unserem Shop präsentieren wir Möbel, Lampen, Accessoires, Taschen und Schmuck.

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Woher kommen all diese schönen Stücke?

Ihr habt gesagt, dass die Stücke teilweise von Menschen kommen, die selbst anrufen und entrümpeln? Wir machen das schon relativ lange. Mittlerweile seit acht Jahren und dabei haben wir viele Leute kennengelernt. Teilweise kommen diese Sachen von Entrümpelungsfirmen, die uns anrufen und Bescheid geben, dass sie Sachen anzubieten haben, die gerettet werden könnten, bevor sie weggeschmissen werden. Es rufen uns auch Privatpersonen an, die ein Haus oder einen Keller räumen müssen oder irgendwie zu viel Zeug angesammelt haben. Es gibt auch Händler, die wissen, was wir suchen und dann immer wieder anrufen, wenn sie etwas haben.

Fokussiert Ihr euch dabei nur auf Wien und Niederösterreich - oder auf ganz Österreich?

Auf dem Land ist es noch leichter, Sachen zu bekommen, weil dort einfach die Häuser, die Keller, die Dachböden größer sind. Leute dort sammeln einfach viel mehr. Es gibt auch etwas weniger Verwendung für die Sachen auf dem Land. Deswegen gibt es die Sachen dort noch im größeren Maßstab. Nur fehlt uns leider die Zeit und die Wirtschaftlichkeit leidet auch darunter. Wenn ich zum Beispiel nach Salzburg fahre, bin ich fünf bis sechs Stunden unterwegs. Abgesehen davon, stellt sich dann auch die Frage der Nachhaltigkeit in Bezug auf den CO2-Austoß.

Bekommt Ihr auch Restaurationsaufträge?

Wir bekommen relativ viele Aufträge, die wir für Kunden erledigen und Sachen, die wir anfertigen und verkaufen. Viele Leute werden inspiriert, wenn sie in unserem Shop sind und sagen dann „Ah, ich hätte auch noch so viel auf dem Dachboden“. Zusätzlich kümmern wir uns um alle möglichen Kundenwünsche. Wir peppen nicht nur alte Kundenmöbel wieder auf, sondern versuchen auch diverse ausgefallene Wünsche zu erfüllen.

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Welche Möbelstücke machen Euch am meisten Spaß?

Sascha: Ich persönlich habe ein Faible für Sessel und für Sitzmöbel allgemein.

Romana (lachend): Ja, wir haben so viele Sessel zu Hause.

Sascha: Aber eigentlich gibt es keinen so richtigen Favoriten. Zum Beispiel haben wir gerade einen Haufen alter Holzkisten gefunden. Die haben wir alle genommen und haben daraus unterschiedliche Sachen gemacht. Wir haben sie zu Couchtischen umgebaut und teilweise Schuhschränke daraus gemacht. Auch haben wir gerade erst aus alten Scheunenbrettern diesen Tisch gemacht, an dem wir jetzt sitzen. Wir haben einen Holzplatz in Wien gefunden, der Altholz verkauft. Dort kommen immer wieder unter anderem alte Scheunenbretter oder Scheunentore an, die für uns genau die richtigen Dimensionen haben. Daher machen wir relativ viele Tische aus Altholz.

Romana: Wir machen auch ganz gerne Sachen aus alten Laden. Wir lieben alte Laden, alte Schubladen. Die sammeln wir dann eben. Wir haben schon ganz schöne viele davon. Wir bauen dann immer kleine Kästchen daraus.

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Wie groß ist Euer Lager?

Wir haben hier ein kleines Lager. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass wir so nicht mehr Sachen lagern können. Sonst würden wir anfangen zu sammeln und zu horten. Wir würden jede Sache, aus der irgendwann etwas entstehen könnte, sammeln. Unser Geschäft ist nicht groß und unser Lager ist deshalb auch nicht groß.

Habt Ihr Mitarbeiter?

Wir machen alles wirklich nur zu zweit. Als wir begonnen haben, haben wir zeitgleich mit Menschen in unserem Alter begonnen, die alles Mögliche gemacht haben, auch selbständig in verschiedenen Richtungen. Aus dieser Gruppe wurden wir aber die ersten, die ein Geschäft eröffnet haben. Daher haben wir gesagt: Passt, sie können gerne ihre Sachen zu uns ins Geschäft bringen. Weil wir genau wissen, wie das ist, wenn du produzierst und kein eigenes Geschäft hast. Das heißt, wir bieten ebenso 14 Menschen die Möglichkeit an, ihre Sachen hier zu verkaufen. Meistens sind es Dinge mit dem Schwerpunkt Upcycling, aber es ist bei uns auch kein Muss. Das heißt, wir haben auch viele Partner, die Kleinserien selbst produzieren. Unsere Partner variieren ein wenig. Manche gehen, manche bleiben länger. Wir sehen uns deshalb auch als Plattform für junges Design mit Fokus auf Upcycling, was aber, wie schon gesagt, kein Muss ist. Wir haben hier zum Beispiel Taschen, die aus Papier gemacht und mit Latex vermischt sind. Das ist ein ganz cooles Material. Das lässt sich zum Beispiel auch in der Waschmaschine waschen.

Die Philosophie von Sascha und Romana:

Wir haben Glück gehabt, etwas das Spaß macht, zum Beruf gemacht haben zu können. Altes neu zu interpretieren und das zeitgemäß und nachhaltig. Unsere Botschaft an alle: Bringt eure Möbel zu uns. Wir sind eine Quelle der Inspiration.

Mehr zu Kellerwerk unter: www.kellerwerk.at

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