Nachhaltigkeit und Recycling in der Sportmode

Nachhaltigkeit und Recycling in der Sportmode

Nachhaltigkeit und Recycling sind längst keine Randthemen mehr. Vielmehr hat sich das Bewusstsein für möglichst ressourcen- und umweltschonende Produktionsprozesse längst in praktisch allen Bereichen der Wirtschaft etabliert. Ganz vorne mit dabei ist auch und insbesondere die Modebranche. Das Konzept der „Ökofashion“ hat sich mittlerweile bei allen großen Modelabels der Welt durchsetzen können. Doch wie sieht es eigentlich mit der Sportmode aus? Auch in dieser Branche hat sich gerade in den letzten Jahren viel bewegt in Richtung mehr Nachhaltigkeit und Recycling. Im Folgenden wollten wir deshalb mal genauer nachschauen, was die führenden vier Sportmodeunternehmen der Welt konkret umsetzen, um die Sportmodenbranche der Zukunft umweltfreundlicher zu gestalten.

Nike

Bei Nike handelt es sich um das derzeit weltweit umsatzstärkste Unternehmen im Bereich der Sportmode und Sportartikel allgemein. Das US-amerikanische Unternehmen wurde 1964 gegründet und ist im US-Bundesstaat Oregon beheimatet. Der Hersteller ist neben seinen Produkten auch und gerade für seine Aufsehen erregenden Marketingkampagnen, Sponsorships, aber auch für viele Aktionen im sozialen Bereich praktisch auf der ganzen Welt gut bekannt.

Der Markführer in Sachen Sportmode gilt dabei ebenso als Vorreiter der Branche, wenn es um Recycling geht. Bereits 1990 startete Nike sein „Reuse-A-Shoe“ Programm, das auch heute noch aktiv ist. Hierbei ermuntert Nike seine Kunden alte Nike-Athletikschuhe in einen der über 300 teilnehmenden Nike Stores, verteilt über die gesamte Welt, zurückzubringen. Aus dem alten Schuh wird dann Material („Nike Grind“) gewonnen, das für die Herstellung neuer Schuhe verwendet werden kann. Inzwischen akzeptiert Nike sogar Altschuhe anderer Hersteller (solange diese die materiellen Anforderungen erfüllen).

Gerade während des letzten Jahrzehnts hat Nike sein Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz noch einmal verstärkt. Jüngst, im September 2019, kündigte das Unternehmen die Aktion „Move to Zero“ an. Die Aktion enthält den Plan und das Versprechen, alle Gebäude und Fabriken von Nike bis 2025 zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen und dabei einen netto CO2-Ausstoß von Null zu erreichen.

Adidas

Hinter Nike folgt Adidas als weltweit zweitgrößtes Unternehmen in der Sportmode- sowie allgemeinen Sportartikelbranche. Das deutsche Unternehmen, beheimatet im bayerischen Herzogenaurach, ist seit 1949 in der Sportmode aktiv und gilt damit als eine der Traditionsmarken schlechthin im Sportbereich.

Als solche ist sich Adidas auch seiner sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst. Gerade in den letzten Jahren setzt Adidas gezielt stark auf die Entwicklung neuer Produktionsprozesse, die eine maximale Nachhaltigkeit erlauben. Vor einem Jahr präsentierte das Unternehmen sodann den „LOOP CREATION PROCESS“, der einen geschlossenen Wertschöpfungskreis und folglich vollständig recycelbare Produkte verspricht. Mit dem FUTURECRAFT.LOOP ist bereit der erste Laufschuh von Adidas auf dem Markt, der sich zu 100% recyceln lässt.

In gleichem Zusammenhang hat Adidas bereits Jahre zuvor die Initiative „Parley for the Oceans“ auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um ein globales Netzwerk an Meeresschützern, die sich gegen die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikabfall engagiert. Durch die Kooperation mit der Initiative bringt das Unternehmen seit 2015 die spezielle Sportlinienkollektion „Adidas Parley“ auf den Markt, die aus wiederverwendbarem Plastik besteht. Teil der Kollektion waren unter anderem die offiziellen Heimtrikots der Fußballvereine FC Bayern München, Real Madrid sowie Manchester United.

 Darüber hinaus setzt Adidas auch bei seinen Tochterunternehmen verstärkt und gezielt auf Nachhaltigkeit. Allen voran die US-amerikanische Marke Reebok, die seit 2005 zu Adidas gehört, zeigt sich in diesem Bereich äußerst ehrgeizig und innovativ. Für den kommenden Herbst (2020) soll unter der Reebok-Marke der „Forever Floatride GROW“-Laufschuh auf den Markt kommen. Das Besondere an dem Schuh: Es ist der weltweit erste Schuh, der fast gänzlich aus pflanzlichen Stoffen hergestellt wird. Der natürliche Schuh soll aus Rizinussamen, Eukalyptus und Algenschaumstoff bestehen und den plastischen Pendants in Sachen Qualität und Tragekomfort nicht nachstehen. In der Herstellung soll der pflanzliche Schuh aber im Vergleich deutlich ressourcenschonender sein, vor allem, weil durch den großteiligen Verzicht auf Plastik der produktionsbedingte Petroleuminput minimiert werden kann.

Puma

Puma stellt die Nummer Drei auf dem globalen Markt für Sportmode dar. Das deutsche Unternehmen, wie Konkurrent Adidas im bayerischen Herzogenaurach beheimatet und sogar ein Jahr früher gegründet, ist mittlerweile nicht nur für seine Schuhe, sondern ebenso für diverse andere Produkte innerhalb der Sportmodenbranche bekannt.

Auch Puma steht unternehmensstrategisch hinter dem Nachhaltigkeitsprinzip bei der künftigen Produktion seiner Artikel. Einen besonderen Fokus legt die Firma dabei auf Baumwolle. Puma arbeitet mit der „Better Cotton Initiative“ (BCI, übersetzt „Bessere Baumwolle Initiative“) zusammen. Die Initiative setzt sich zum einen für bessere Arbeitsbedingungen für Baumwollpflücker auf der ganzen Welt, zum anderen aber eben auch für einen nachhaltigeren Prozess bei der Baumwollproduktion ein. Laut BCI produzieren schon heute über 1,5 Millionen Landwirte aus insgesamt 23 Ländern die zertifizierte „bessere Baumwolle“, die unter anderem deutlich weniger Wasser bei der Produktion verbraucht. Noch in diesem Jahr will Puma laut eigener Angabe den Anteil an BCI-zertifizierter Baumwolle in seinen Produkten auf 90% erhöhen.

New Balance

Ursprünglich ein Hersteller für Schuheinlagen, hat sich das bereits 1906 gegründete und in Boston beheimate US-amerikanische Unternehmen New Balance mittlerweile auch einen verdienten Namen in der Welt der Schuhe gemacht. New Balance setzt bei seinen Schuhen betont auf allerhöchsten Tragekomfort und Qualität.

Trotzdem hat sich das ehrgeizige Unternehmen auch die Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Bereits seit Jahren versucht die Firma ihre Schuhe so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich zu produzieren. Ein Meilenstein war in diesem Zusammenhang sicherlich die letztjährige Kollaboration mit „Reformation“, einer Kleidungsmarke für Frauen, die ihre Kleidung ausschließlich mit nachhaltigen Methoden produziert. Zusammen gestalteten die beiden Unternehmen eine ganze Sneaker-Linie, die einen hohen Anteil an EVA- und Algenschaumstoff aufweisen und somit den Plastikanteil in den Schuhen erheblich reduzieren.

Selbst für die Aufschrift wurde sojabasierte Tinte benutzt. Da wo sich Plastik nicht vermieden ließ, wurde zumindest auf recycelten Polyester gesetzt.

Längst hat das Unternehmen angekündigt, in Zukunft den Trend zu nachhaltigen Produktionsprozessen aufrechtzuerhalten bzw. noch weiter zu verstärken.

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